Den Dingen malerisch auf den Grund gehen
Zum künstlerischen Schaffen von Willi Müller
Invar-Torre Hollaus · aus «Bildersuche», 2016
Alltägliches, Beiläufiges, Übersehenes, Unorte, Anonymes, Unspektakuläres. Verschafft man sich einen Überblick über das künstlerische Schaffen von Willi Müller, tut sich eine vermeintlich kleine, überschaubare Welt auf. Es ist gewiss nicht die grosse Geste, mit der der 1951 im Kanton Aargau geborene Schweizer Künstler die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht. Nach einer ausgiebigen Experimentierphase im Bereich multimedialer Techniken in jungen Jahren, wendet sich der Künstler schon bald zur Malerei hin, der er sich bis heute konsequent verschrieben hat.
Bereits im Frühwerk manifestiert sich hier ein ausgeprägtes Interesse an Situationen, Objekten und Orten, denen man im täglichen Leben oftmals nur wenig Beachtung schenkt. Mit Beharrlichkeit und konzentriertem Beobachten hält der Künstler bis heute an diesen banal und unbedeutend wirkenden Motiven fest, und unterdessen können wir mit Willi Müller auf eine rund vierzig Jahre dauernde künstlerische Tätigkeit zurückblicken. Dieses Schaffen ist bisher, von einer breiteren Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, ganz im Stillen entstanden, und es gilt, dieses in seinem vollen Umfang und in seiner Bedeutung erst noch zu entdecken und zu würdigen.
In beständiger Auseinandersetzung mit betont malerischen Positionen aus der Kunstgeschichte und im konsequenten kritischen Be- und Hinterfragen seines eigenen Tuns – aufschlussreich sind hierzu Äusserungen in Texten des Künstlers, die auf seiner Homepage eingesehen werden können – hat sich Willi Müller seinen ganz eigenen Kosmos erschaffen. Führt man sich die Werkentwicklung vor Augen, überraschen die Ausdauer und Zielstrebigkeit, mit der sich der Künstler seine visuellen wie technischen Fähigkeiten erarbeitet und angeeignet hat, und wie er das, was er wahrnimmt, in die Malerei überträgt und in jedem Bild aufs Neue hinterfragt. Man sieht sich mit einem in sich gewachsenen, kohärenten Schaffen konfrontiert, welches sich Zeitgeisttendenzen des Kunstbetriebs verweigert und in all den Jahren eine geradlinige Entwicklung durchlaufen hat, die wohl weniger als Stil als vielmehr als persönliche Haltung des Künstlers anzuerkennen ist.
Um dem charakteristischen Wesen dieser Bilder gerecht zu werden, soll im Folgenden der Fokus auf malerische Aspekte und den Einsatz der Farbe gerichtet werden, wie auch auf Konsequenzen und Möglichkeiten, die sich aus der spezifischen Wahrnehmung des Künstlers für das Dargestellte und letztlich für den Betrachter ergeben.
Vertraute Dinge
Motivisch zeigen sich in Willi Müllers Werk keine wirklich markanten Veränderungen. Ruhig und unaufgeregt reiht sich eine Arbeit an die andere. So entstehen lose Bilderreihen, Variationen derselben oder ähnlicher Motive, an denen sich der Künstler reibt, und die er in jedem Bild aufs Neue unentwegt kritisch abwägt, in Frage stellt, und die dem Betrachter ein stabiles und ruhiges (Seh-)Klima evozieren. Um geeignete Bildmotive zu finden, muss der Künstler denn auch weder räumlich noch imaginär in die Ferne schweifen. Lohnendes visuelles Rohmaterial findet er in nächster Nähe: in seinem Atelier oder beim Erleben seiner unmittelbaren und gewohnten Umgebung. Der Künstler gewährt dem Betrachter auf diese Weise einen sehr persönlichen Einblick in seine Welt, die er als stiller Beobachter durchstreift und an der er Anteil nimmt.
Auf diesen visuellen wie empathischen Streifzügen wird nichts Spektakuläres in den Bildern festgehalten, es wird auch nicht wirklich Neues geschaffen. Beim Dargestellten handelt es sich mehr oder weniger um klassische Bildtypen wie Stilleben, Interieurs, Genre- und Figurenszenen. Von Redundanzen kann dennoch keine Rede sein und es wäre vollkommen verfehlt, dieses Werk als trivial abzustempeln, nur weil sich motivisch auf den Bildern nichts Spektakuläres ereignet. Und es passiert wenig auf den Bildern, im Grunde gar nichts. Wirkliche Handlung ist nicht auszumachen, die Welt scheint still zu stehen, die Zeit suspendiert. Auch dies ist ein charakteristisches Merkmal von Willi Müller, dass er das im Bild Dargestellte beruhigt. Aktiviert wird dieses ganz über nuancenreiche Farbvalenzen, ein Effekt, auf den weiter unten noch eingegangen werden soll.
Was treibt den Künstler also an, worin besteht die Notwendigkeit, sich über Jahre an solchen Dingen nicht nur zu reiben, sondern diese auch noch für bildwürdig zu erachten und unablässig in Bildern festzuhalten? Motive, die wir im Grunde schlicht belanglos nennen würden, da man sie als bereits bekannt auffasst. Vermögen derartige Arbeiten den heutigen bildgesättigten und an viel aufregendere Bildsorten gewöhnten Betrachter visuell überhaupt noch zu reizen und sowohl zu einer sinnlichen als auch intellektuellen Auseinandersetzung zu animieren? Sie können! Den Bildern von Willi Müller wohnt eine subtile Kraft inne, die sich aus der spezifischen Umsetzung des Wahrgenommenen, dem Einsatz der Farben und dem individuellen Pinselstrich erschliesst, und die dem Betrachter die Bedeutung des Akts des Sehens sprichwörtlich vor Augen führt.
Beim Malen Sehen
Lässt man diese Werke auf sich wirken, offenbart sich das ganze Potential, welches einen rein ästhetischen Schaugenuss bei weitem übersteigt. Der Betrachter beginnt zu begreifen, dass sich aus der beständigen Konfrontation mit vermeintlich Bekanntem und täglich Erlebtem Neues gewinnen und einen die Welt, in der man lebt, neu und unvermittelt erleben lässt. Gerade die Kontinuität und Stabilität, welche in den Bildwelten von Willi Müller vorherrschen, sowie die wiederkehrenden Motive, die keine auffallenden Brüche verzeichnen, schaffen eine Vertrautheit, die dem Betrachter hilft, über die visuelle Gewöhnung rascher einen Einstieg in diesen Bilderkosmos zu erlangen.
Die Wiederkehr vertrauter Dinge und Begegnungen spiegelt sich auch in der nüchternen Sachlichkeit der Bildtitel wider. Diese bestehen zumeist aus einem einzigen Begriff, der sich in der Regel sehr direkt auf das Geschehen in den Bildern bezieht. Dabei geht es offensichtlich lediglich um das jeweilige Thema, welches sich mitunter leitmotivisch während Jahren durch Willi Müllers Malerei zieht. Genaueres erfährt man nicht durch Titel wie Quartier, Hotel, Apfelbild, Szene, Meitschi, Tisch oder Kleine Welt, sie geben wortwörtlich das zur Anschauung gebrachte wieder. Die Motive wirken dadurch austauschbar, geradezu nebensächlich. Stärker wird Anonymität in diesem Kontext vielleicht nur noch durch eine Bezeichnung wie «Ohne Titel» zum Ausdruck gebracht. Dem exakten Ort oder der Individualität der Person kommt in dieser Form der Auseinandersetzung nur noch eine untergeordnete Rolle zu. Das Wesentliche, das dem Akt der Wahrnehmung zugrunde liegt, wird dadurch nicht beeinflusst. Und es ist gerade dieser Aspekt, der auf diese Weise in den Fokus gerückt wird. Denn es wäre verfehlt, die Anonymität der Titel und die Variationen über die immer gleichen Themen mit einer Langeweile des Gehalts dieser Bildwelten zu verwechseln.
Nur gelegentlich trifft man auf Titel – wie beispielsweise Aufheitern oder Abseits – die den Betrachter auf etwas Bestimmtes hinzuweisen oder etwas Narratives anzudeuten scheinen. Und nur sehr selten drückt der Titel etwas Spezifisches aus wie beispielsweise in Maria, (2013), doch selbst hier bleibt im Unklaren – und es spielt für das weitere Bildverständnis schlicht keine massgebende Rolle – um welche Maria es sich dabei handelt. Aber auch hier stellt sich aufgrund des Titels keine besondere Aktivität ein. Der Betrachter wähnt sich zunächst ganz im Passiven. Bis er begreift, dass Sehen und Wahrnehmen einen anspruchsvollen und komplexen Vorgang darstellen.
Als programmatisch erweist sich in diesem Zusammenhang eine zweiteilige Arbeit aus dem Jahr 2000, die den Titel Wenn ich sehe trägt. Was tut sich hier vor unserem Blick auf? Was genau sehen wir? Zunächst wenig Konkretes und Zusammenhängendes. Die Komposition wirkt fragmentarisch, bei flüchtiger Betrachtung vielleicht geradezu unfertig. Verschiedene gebrochene Farbtöne sind in unregelmässiger Dichte aufgetragen und erzeugen eine eigenartige gestische Komponente. Man ist geneigt, die scheinbar lose und meist nur angedeuteten über die Bildfläche verteilten figürlichen Versatzstücke wie Auge, die beiden Hände, den Vogel, Vegetabiles in eine narrativ lesbare Struktur zu bringen. Farbauftrag wie figurative und organische Elemente verharren jedoch in einer seltsam körperlosen Dimension. Und man beginnt sich zu fragen, ob es beim Zusammenspiel von Auge und Händen nicht um ein grundsätzliches visuelles Begreifen geht, welches für Künstler wie Betrachter gleichermassen von Bedeutung ist, wenn auch aufgrund einer unterschiedlichen Ausgangslage.
Für den Künstler als Erschaffer des Bildes sind Auge und Hand die zentralen Werkzeuge seiner künstlerischen Umsetzung. Mit seinen Augen nimmt er die Aussenwelt wahr. Die Hände dienen ihm als ausführendes Organ, um das Wahrgenommene ins Bild zu übertragen, wo er das Entstehende wiederum beständig mit seinem Blick zu überprüfen hat. Der Betrachter versteht an einer Komposition wie dieser, wie sehr man sich beim analytisch-kritischen Sehen und kontemplativ-empathischen Schauen mit der Aussen- wie Innenwelt auseinandersetzt, und wie beides unserem Verständnis von Welt aktiv zuarbeitet.
Obschon die Übertragung des Wahrgenommenen in ein Bild eine durch und durch subjektive ist, nimmt ein Künstler wie Willi Müller in einem gewissen Sinne seine Befindlichkeit vollkommen aus den Werken heraus. Dieser Aspekt zeigt sich gerade auch in der Anonymität der Titelgebung. Willi Müller gibt zwar wieder, was und vor allem wie er die äussere Welt in sich aufnimmt. Er tut dies jedoch ohne zu werten, beziehungsweise ohne den Betrachter mit einer bereits vorgefertigten Anschauung in eine gewisse Betrachtungsweise seiner Bilder zu kanalisieren. Gerade durch das Vertraute der Motive kann der Betrachter an eine ihm bekannte Bildwelt andocken und sich so ohne ablenkendes Beiwerk mit dieser auseinandersetzen.
So können sich die Bilder vor dem Betrachter unvoreingenommen entfalten und bieten sich diesem in ihrer ganzen Vielfalt verschiedener Lesarten an. Der Künstler macht lediglich ein informelles Angebot, ohne dieses oder seine Sicht der Dinge aufzuzwingen. Der Betrachter ist sich selbst überlassen und kann frei entscheiden, wie er mit diesem Angebot umgeht. So ergeben sich bei der Betrachtung einer Arbeit und im gegenseitigen Vergleichen immer wieder aufs Neue überraschende und neue Sichtweisen, die die Auseinandersetzung mit diesem Schaffen denn auch reich- und nachhaltig gestalten.
Farbe versus Form
Es braucht lediglich einen flüchtigen Blick, um sich darüber klar zu werden, dass Willi Müller seit Beginn seines Schaffens ein chromatisches einem mimetischen Bildverständnis vorzieht. Eine illusionistisch-abbildende Wiedergabe der Motive ist für ihn nicht von Interesse. So taucht bei manchen Werken das Motiv mitunter erst nach und nach vibrierend und voller Energie aus dem gesättigten Grund der Farbtöne auf und konkretisiert sich vor den Augen des Betrachters. Von verfestigten oder präzisen Formen kann aber auch da keine Rede sein. Vielmehr überwiegt der Eindruck, dass sich das Motiv in einem kontinuierlichen Werden befindet, dass sich die Farbfelder und -valenzen beständig von neuem finden und arrangieren müssen. Es ist diese malerische Qualität im Werk des Künstlers, die spektakulär ist: Das Erleben einer Plötzlichkeit, eines unmittelbaren Augenblicks, wenn man glaubt, das Motiv greifen zu können, bevor es sich wieder entzieht. Auf den Sensationseffekt eines entsprechenden Motivs oder seiner narrativen Struktur kann bei einer solchen Umsetzung getrost verzichtet werden.
Gerade im Vergleich mit anderen Varianten derselben Bildmotive erschliesst sich dem Betrachter die farbliche Vielfalt dieser Bildwelten. Es finden sich verschiedenste Gegenüberstellungen von kräftigen Primär- und Komplementärfarben sowie teils ungewöhnlichen und unerwarteten, mitunter auch nur unscheinbaren Mischtönen, sodass sich jeder Farbwert an anderen reibt und in der Gesamtanlage des Bildes für sich bestehen muss. Auch feinste Nuancen tragen so entscheidend zum kohärenten Gesamteindruck bei, und arbeiten förmlich auf diesen hin.
Die Formen ergeben sich nicht aus einem beschreibenden, graphisch-linearen Konturverlauf, sondern entstehen vielmehr aus dem dialogischen Nebeneinander der Farbtöne. Ein Blick auf die parallel zu den Gemälden entstehenden Zeichnungen – ein Medium, in dem der Künstler ebenfalls regelmässig aktiv ist – zeigt, dass selbst hier der das Bild konstituierende Strich weich und fliessend geführt wird, teilweise regelrecht verrieben und verwischt wird. Dabei manifestiert sich vor allem in den Zeichnungen, da hier der Blick nicht durch die Farbigkeit abgelenkt wird, ein weiteres Charakteristikum von Willi Müllers Malerei sehr deutlich: Die präzise Abfolge des (herkömmlichen) Neben- und Hintereinander der Bildgründe – Vorder-, Mittel- und Hintergrund – löst sich auf. Was in der Malerei – so glaubt man zunächst – rein über ein Hin- und Herschwingen von sich ausdehnenden warmen und sich zusammenziehenden kalten Farbtönen geschieht, wird im Grunde durch ein Verschränken und Durchlässigwerden der Bildflächen sowie der Interaktion von flächigen und voluminösen kompositorischen Elementen ausgelöst.
So ergeben sich zusätzliche Ambivalenzen im Zusammenspiel von Farbe und Form, die das Abstraktionspotential dieser Werke steigern, mit denen sich der Betrachter zum Teil ganz unvermittelt konfrontiert sieht: So zum Beispiel die eigenartig anthropomorphen, gesichtshaften Züge, die man mit ein bisschen Phantasie wie auch im Vergleichen mit anderen Positionen aus der Kunstgeschichte – die abstrakten Gesichter und Köpfe von Alexej von Jawlensky (1864–1941) oder von Robert Zandvliet (geb. 1970) (um einen historischen sowie einen zeitgenössischen Künstler zu nennen) kommen einem da in den Sinn – in einzelnen Varianten der Sprützchanne erkennen kann. Die Varianten dieses Motivs eignen sich auch wunderbar dazu, zu zeigen, wie statische Objekte durch ein entsprechendes Arrangement und vor allem durch überlegte Farbabstufungen rhythmisiert werden können.
Eine Gegenüberstellung der Varianten von Motivserien wie Schreiber in der Nacht, Szene oder Quartier, in denen Figuratives und Gegenständliches häufig nur noch amorph aus dem Zusammenspiel der Farbtöne aufscheint, verdeutlichen, wie der Künstler Bild für Bild sowohl nach neuen Korrespondenzen als auch nach einer Stimmigkeit und Kohärenz der Formen strebt. Hier zeigt sich, dass die Auseinandersetzung mit ein und demselben Motiv, selbst über Jahre hinweg, keineswegs zu Redundanzen oder visueller Gewöhnung führen muss. Im beständigen kritischen wie kreativen Überprüfen der bildnerischen Formen der Objekte und von einmal getroffenen Entscheidungen, entstehen immerfort neue Varianten, die neue Rückbezüge und Erkenntnisse fördern. Das Sehen von Welt wird Bild für Bild erneut erlernt.
Schlussbetrachtung
Das Wahrnehmen und Verarbeiten der äusseren «realen» Welt und wie mit diesen Erfahrungen letztlich umzugehen ist, muss ein jedes Individuum selbst erlernen. Es mag die eine oder andere – kulturelle, soziale, ethische und dergleichen – Verbindlichkeit geben, einen allgemein gültigen Lösungsansatz gibt es nicht. Bilder – und in diesem Zusammenhang sind Kunstbilder in besonderem Masse zu nennen – bieten Lesarten an und entfalten einen alternativen Verständnis- und Möglichkeitsraum, wie «Realität» auch noch gesehen und erlebt werden kann. Damit reichert die Kunst unser Leben und kulturelles Erbe substantiell an.
Das Werk von Willi Müller liefert hierzu einen ebenso lohnenden wie stillen Beitrag. Dafür muss der Künstler gar nicht in einem Atemzug mit den allseits bekannten Namen der Kunstgeschichte oder des gegenwärtig schrillen Betriebes des Kunstmarkts genannt werden. Das Schöne und Bereichernde an der Auseinandersetzung mit Kunst sind solch überraschende Entdeckungen, die sich einem immer wieder von neuem bieten – Entdeckungen, wie eben die «kleine Welt» von Willi Müller, die die Sicht auf die Dinge in jedem Bild erneuert und damit den Erfahrungshorizont des Betrachters erweitert.
Die Authentizität und wohl auch gerade der Verzicht auf die grosse oder «laute» Geste, die sich durch das gesamte Werk ziehen, machen dieses glaubhaft und einer genaueren kritischen Analyse würdig. Dass von diesem Werk bisher kaum Notiz genommen worden ist, ist vor allem als Chance und gewiss nicht als Makel anzusehen. Zum einen bietet sich hier die Möglichkeit, ein noch unverbrauchtes künstlerisches Schaffen an anderen zeitgenössischen künstlerischen Positionen zu messen und zu überprüfen, und es bleibt zu hoffen, dass von dieser Möglichkeit in Bälde Gebrauch gemacht wird. Zum anderen kann der Betrachter im Dialog mit diesen Bildern für sich selbst nachvollziehen, wie gross die Vielfalt und der Erkenntnisgewinn im Rückbezug auf die Wahrnehmung von Welt auch in einem vermeintlich kleinen Kosmos sein können. Dann nämlich, wenn Sehen und Wahrnehmen als kritische Auseinandersetzung und nicht als passives Konsumieren begriffen werden.